Die Befreiungskriege gegen Napoleon

Als Befreiungskriege werden die Kriege bezeichnet, die nach der Niederlage Napoleons während seines Russlandfeldzuges im Jahre 1813 und vor seiner Abdankung im Jahre 1814 gegen Frankreich geführt wurden.

Die Voraussetzung für die Befreiungskriege bildete ein Bündniswechsel Preußens. Denn nachdem Preußen eine vernichtende Niederlage 1806 in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt erlitten hatte, war Preußen ein Zwangsverbündeter Frankreichs und musste sich somit an dessen Russlandfeldzug beteiligen. Nach der erlittenen Niederlage wechselte man aber die Fronten und ging eigenmächtig ein neues Bündnis mit Russland ein. Als zudem am 20. März 1813 in der "Schlesischen privilegierten Zeitung" ein Aufruf mit dem Titel "An Mein Volk" erschien, in dem explizit vom preußischen König ein Krieg gegen Napoleon gefordert wurde, wurde eine große nationale Begeisterungswelle ausgelöst. Diese spiegelte sich sogleich auch in der preußischen Heerstärke wider, da nicht nur die Armee an sich vergrößert wurde, sondern auch sowohl durch eine freiwillig sich gebildete Landwehr als auch ebenso dazugestoßene Jägereinheiten um ein Vielfaches anwuchs. Da Preußen als das Epizentrum des Aufstandes gegen Frankreich galt, schlossen sich außerdem in Kürze zahlreiche weitere Freiwillige in Form von Freikorps aus anderen Ländern dem preußischen Heer an. Nachdem schließlich Napoleons Truppen erfolgreich das Aufbegehren des gegnerischen Bündnisses niederschlugen, schlossen sich auch weitere Länder wie Österreich und Bayern der Koalition gegen Napoleon an. Dadurch musste nun auch Napoleon Niederlagen hinnehmen. In der alles entscheidenden Schlacht bei Leipzig - dem Höhepunkt der Befreiungskriege - wollte er aber dennoch den Gesamtsieg zu seinen Gunsten ausfallen lassen. In dieser Schlacht, die vom 16. bis 19. Oktober 1813 ging, musste Napoleon jedoch eine sehr schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Zwar gelang es ihm seine übriggebliebenen Truppen noch zu retten, aber seine auf Deutschland hin ausgeübte Macht war damit beendet.

Nachdem kurz darauf Napoleon ein Friedensangebot Österreichs abgelehnt hatte, erlitt er zunächst eine weitere Niederlage bei einer Offensive der gegnerischen Koalition, konnte aber just bei zwei darauffolgenden Schlachten den Gegnern wiederum empfindliche Niederlagen zufügen. Das Ende der Befreiungskriege markierten schließlich die Niederlagen der napoleonischen Truppen am 9. und 10. März bei Laon und am 20. und 21. März bei Arcis-sur-Aube, worauf die Einnahme von Paris durch die siegreichen Truppen folgte. Napoleon musste daraufhin am 6. April 1814 abdanken und wurde ins Exil auf die Insel Elba verbannt.